Einfach mal was tun oder über die Wahrhaftigkeit des Handelns

Mein Mann ruft mich zum Abendessen, während ich im Garten Tomatenpflanzen in die Erde bringe. Er ruft einmal. Ich antworte: „Ich komme.“ und pflanze weiter. Er ruft nochmal. „Ich komme.“ Er ruft ein drittes Mal, dieses Mal mit deutlich schärferem Ton. Ich entscheide mich, alles liegen zu lassen und zum Essen zu kommen.
Diese recht alltägliche Szene würde so auf der Bühne vermutlich so nicht stattfinden. Aber sie verdeutlicht die Bedeutung des Tuns – auf der Bühne und im täglichen Leben. Solange ich nur beschreibe, was ich tue, ohne es eigentlich zu tun, ist dies für den Fortgang der Handlung (oder in diesem Fall für meinen Mann) gewissermaßen wertlos. Meine Glaubwürdigkeit hängt also einhundert Prozent von meinem Tun ab. Tue ich etwas oder tue ich es nicht.